Donnerstag, Juni 01, 2006

Go: Ein Seniorensport?


Es ist immer wieder ärgerlich feststellen zu müssen, dass viele sobald Sie den Begriff Go hören an irgendwelche senilen, alten Greise vor einem Holzklotz oder an Nerds denken (da heisst falls Sie sich unter Go überhaupt etwas vorstellen können). Dabei hat sich vor allem in den letzten paar Jahren in der Go-Welt in dieser Hinsicht viel getan. Einer der Gründe warum das so ist (vermutlich auch der wichtigste), ist sicherlich Hikaru no Go. Viele jüngere Spieler haben Go überhaupt erst durch diesen Manga kennengelernt.


Beeindruckend ist auch wie schnell sich die Fangemeinde ohne besondere Werbemassnahmen vergrössert. Lag die Teilnehmerzahl beim Swiss Go Championship '96 noch bei 11, liegt Sie dieses Jahr bisher bei 40 (wobei durchaus noch weitere Spieler erwartet werden). Darunter sind vor allem Spieler zwischen 15 und 25 Jahren die erst "vor kurzem" mit Go begonnen haben (auch die Artikel von damals sind äusserst aufschlussreich). Sicherlich haben auch Go-Server wie KGS oder IGS dazu beigetragen. Auch das Gerücht, dass nur "freakige Muttersöhnchen so ein Kinderspiel spielen" ist weitgehend aus der Welt verschwunden. Man kann sogar sagen, dass der Go-Szene in den letzten paar Jahren vor allem Kinder (zum Teil echte Wunderkinder) und Jugendliche (zwar noch mehr männliche als weibliche, aber auch das sollte sich ändern ^^) beigetreten. Natürlich gilt das nur für europäische Verhältnisse. Bekanntlich haben China, Korea und Japan ja bereits mit ihren Insei kleine Nachwuchsprofis in den Startlöchern (Besonders beeindruckend finde ich persönlich Chen Yaoye / Chen Yaoha der mit seinen 16 Jahren bereits diverse Go-Veteranen erledigt und sich 5p erspielt hat).



Jedoch besteht in Europa immer noch grosser Ausweitungsbedarf, in Rumänien, Kroatien und Frankreich wird Go bereits an einigen Schulen als fakultatives Nebenfach "unterrichtet". Die Kids mögen das Spiel aufgrund seiner Schlichtheit und bauen schnell und vor allem gerne neue soziale Kontakte durch Go. Als angenehmen Nebeneffekt werden Sie nebenher auch richtig starke Go-Spieler die es bald mit den Insei aufnehmen können ;) . Meines Wissens nach, sind bereits Bestrebungen im Gange etwas Ähnliches auch in der Schweiz einzuführen. Man kann also sagen die Zukunft von Go ist alles andere als düster, wir dürfen uns darauf freuen :) .

1 Kommentare:

Am/um 3:15 nachm. , Anonymous betterlife meinte...

Go als Alterssport? Sicher man muss ja nur denken dabei und sich nicht etwa auch körperlich betätigen.

Die Manga- und Animée-Welle die auf die westliche Welt in den letzten Jahren überschwappt hat die Popularität Japans stark gehoben, vor allem bei den Jungen. Seit 2001 gibts ja bekanntlich den Manga und den Animée Hikaru No Go der seit einiger Zeit auch auf Deutsch, Französisch und Italienisch verlegt wird. Klar das hat viele Junge und auch Junggebliebene zum Go spielen gebracht, an der Ausgangslage des Go in Europa hat es aber noch nicht viel verändert. Im Unterschied zum Schach ist Go bei uns kulturell nicht verankert, es gibt erst seit Ende der 80er überhaupt Clubs wo man hingehen kann und Gegner findet und seit es das Internet gibt auch Möglichkeiten online Gegner zu finden.

In den letzten 20 Jahren hat sich die Anzahl Spieler ungefähr verdoppelt und wir zählen heute ca. 150 aktive (Teilnehmer an Turnieren) und geschätzte 500 Spieler insgesammt.

Trotzdem von einer weiten und tiefen Verbreitung kann keine Rede sein. In der Schweiz gibt es ca. 120 Schachclubs, dem stehen ca. 7 Go-Clubs gegenüber ...
Kurz, bis auf den tiefen Frauenanteil und den hohen Anteil an Informatiker oder ähnlich Richtung Mathematik orienterten Spielern gibts in Europa kaum eine Merkmal der Go-Spielszene von einer Entwicklung kann man eigentlich noch gar nicht sprechen, sind wir meiner Meinung nach erst kurz nach der Geburtsphase und schreien die ersten Ataris in die Welt hinaus ...

Klar gibt es die ersten Profis und die erste Insei-Online-Schule in Deutschland ... es wird aber sicher noch ein paar Jährchen dauern bis solche Einrichtungen zur Selbstverständlichkeit werden und wir wie in Japan oder Korea Go im Fernsehen auf einem eigenen Kanal nur für Go (oder heisst es dann mal Baduk?) sehen können!!!

 

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