Montag, März 17, 2008

iReview #2: Rei vs. VincentV

Da der letzte Beitrag von iReview satte 2 Comments eingefahren hat ;) gibt's anbei gleich den 2. Dieses Spiel wurde erst vor kurzem auf KGS zwischen rei [2d] und VincentV [2d] gespielt. Rei ist ein talentierter Spieler aus der Slowakei der schnell zum 2d aufgestiegen ist und ein guter Kollege. Diese Partie war unser erstes gemeinsames Spiel. Feedback ist wie immer willkommen :)



Rei wählte 2 ikken takagakari (3-4 point high approach). Ich persönlich habe diesen Approach immer etwas kompliziert gefunden und das Studium daher gemieden weshalb ich wohl auch ein solches Spiel an der letztjährigen Schweizer Meisterschaft verloren habe :)

In der SmartGo-Datenbank finden sich zu diesem Opening 11 Partien (72% Siege für Schwarz). Als mögliche Antworten für Schwarz werden A und B angegeben. Bereits nach Zug 10 sieht das Spiel mühsam aus. Weiss hat einen möglichen Schnittpunkt auf A währed die schwarze Ecke oben gesichert werden muss um nicht in Schwierigkeiten zu geraten.

Diagram 1: Schwarz hätte probieren können auf 11 zu Spielen. Weiss erhält zwar eine sehr grosse Ecke, aber Schwarz im Gegenzug starken Einfluss. Die Frage wird später bloss sein ob er diesen auch nutzen kann.

Nach Weiss 22 ist das Resultat hier ist gut für Weiss. Schwarz hat den Fehler gemacht seine Ecke oben einschliessen zu lassen und stattdessen eine weitere (schwache Gruppe) am rechten Brettrand zu schaffen. Noch ist das Spiel allerdings mehr oder weniger ausgeglichen.

Statt 23 zu spielen, hätte Schwarz auf 28 spielen müssen. Nur die markierte Weisse Gruppe weist Schwächen auf da sie noch keine Basis hat. Schwarz darf nicht zulassen, dass Sie gestärkt wird indem Weiss 24 spielt. Mit dem nächsten Zug konnte Weiss seine Gruppe stärken und Schwarz macht erneut den Fehler eine schwache Gruppe zu schaffen.

Nach Zug 44 sieht es gebietsmässig gut balanciert aus, aber was Thickness anbelangt ist Weiss Schwarz um Längen voraus. Zug 55: Der Schnittpunkt auf A ist immer noch vorhanden. Dieses Resultat ist schrecklich für Schwarz!

Diagrams 2 & 3: Beide Sequenzen sind (vor allem was die Forum und das Aji anbelangt) besser als diejenige die im eigentlichen Spiel von Schwarz gewählt wurde.


Zug 67 neben 80

Mit Zug 65 baut Schwarz ein grosses Moyo auf der linken auf. Den markerten Stein (X) zu retten macht wenig Sinn da er keinerlei strategische Relevanz hat. Schwarz wird in später dazu benutzen können Weiss Gebiet besser reduzieren zu können.

67, ein starker Zug von Schwarz. Weiss kann den Stein nicht ohne weiteres entfernen ohne dabei einen beträchtlichen Schaden zu erleiden.

104: Zählen wir das Gebiet erneut und lassen dabei die soeben abgetrennten Schwarzen Steine ausser Betracht. Nach meiner Zählung ist Schwarz etwas über 10 Punkte im Rückstand.

Schwarz 5 ist miserabel! Schwarz hätte passen können und wäre besser dran gewesen. Die markierten schwarzen Steine brauchen dringendst (!) Unterstützung, A ist der einzig richtige Zug. Nachdem er Weiss bedroht hat, muss er auf B sichern. Und was Zug 7 anbelangt... *seufz*...

Weiss Vorsrung beträgt nach Zug 128 ca. 40 Punkte. Wenn Schwarz kein Geniestreich einfällt, hat er verloren.

Nach Weiss 74 gibt Schwarz auf :)

Die 2 grossen Fehler die Schwarz geradewegs in die Niederlage getrieben haben, waren ein schlechtes Opening bei dem die Richtung falsch gewählt wurde und das Schaffen zu vieler schwacher Gruppen.

Welche Diagramme sind für euch eigentlich angenehmer zu lesen? Die Farbigen oder doch lieber die in Schwarz-Weiss?

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1 Kommentare:

Am/um 4:01 nachm. , Blogger Reto meinte...

Ich find Kifus cool, aber irgendwie benötige ich für die halt sofort ein Go Brett zum nachspielen. Darum fänd ich ein SGF noch sympatisch.

 

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