Samstag, Juni 24, 2006

Kisei: Shusaku

Je weiter man in die Welt des Go eindringt, desto eher wird man mit dem Namen Honinbo Shuasku konfrontiert. Doch wer war Shusaku, warum stellt er so eine bedeutende Persönlichkeit dar und weshalb redet man heute noch von ihm? Diese und einige Frage werden in diesem Blog beantwortet (Die Infos stammen grösstenteils aus Senseis Library).


Torajiro Kuwahara wurde am 6. Juni 1829 in einem Dorf nahe Onomichi geboren. Mit 6 Jahren begann er Go zu studieren und wurde nach einem Spiel gegen den damaligen Fürsten Asano sogar mit dessen Erlaubnis von seinem persönlichen "Go-Sensei" unterrichtet. Im Alter von 9 Jahren spielte Torajiro gegen Ito Showa (einen renommierten Go-Profi). Shusaku war zu dieser Zeit bereits annährend 1p. Noch im selben Jahr ging Torajiro nach Edo, da er kein angemessenes Training mehr in seinem Dorf empfangen konnte. Dort angekommen wurde er als Shodan anerkant und studierte im Haus Honinbo. Ein Jahr später wurde ihm bereits der Titel 2 Dan anerkannt, ausserdem kam er in diesem Jahr (1841) zu dem Namen unter dem er berühmt werden sollte: Shusaku. Weitere 2 Jahre später war Shusaku bereits 4 Dan (mit nur 14 Jahren).


Nach weiteren 2 Jahren traf Shusaku das erste mal auf Gennan Inseki [8d] seines Zeichens Vertreter des Hauses Inoue. Man nimmt an, dass Gennan Inseki damals etwas die Stärke eines Meijin besass. In ihrer ersten Partie spielte Shusaku mit einem Handicap von 2 Steinen. Gennan realisierte schnell, dass er gegen das Wunderkind keine Chance hatte und schlug darum eine Partie ohne Vorgaben vor, Shusaku hatte schwarz. Dieses zweite Spiel sollte zugleich eines von Shusakus berühmtesten Meisterstücken werden: Das Ear Reddening Game. In dieser Partie spielte Shusaku eine Variante des Taisha-Joseki (eines der schwersten Joseki überhaupt) falsch, womit er sich einen enormes Handicap aufbürdete. Einige Züge später (Move 126) spielte Shusaku einen merkwürdigen Zug und Gennans Schüler, die das Spiel in einem Nebenraum beobachteten, waren immer noch überzeugt, dass ihr Sensei das Spiel dominierte. Ein Arzt der sich ebenfalls im Nebenraum aufhielt prophezeite, dass Gennan verlieren würde. Auf Anfrage der Schüler erkärte er seine Behauptung wie folgt:
"Ich weiss zwar nicht viel über das Spiel, aber als Shusaku diesen Zug spielte, erröteten Gennans Ohren. Ein Zeichen dafür, dass er unangenehm überrascht wurde"

Shusaku gewann die Partie mit 2 Punkten Vorsprung. Sie spielten 3 weitere Spiele, Shusaku gewann zwei davon, eines blieb unbeendet. Bei seiner Rückkehr nach Edo erfuhr Shusaku, dass er ihm der Titel 5 Dan zugesprochen worden war (obwohl er in Wirklichkeit mindestens 6 - 7 Dan gewesen sein musste).

Shusakus Stärke brachte auch Tsuchiya Shuwa (Shusakus Lehrer und "Stammhalter" des Hauses Honinbo) dazu Shusaku als seinen Erben und somit auch den Erben Honinbo's anzuerkennen. Shusaku verweigerte erst die Anfrage Shuwas aufgrund verschiedener Verpflichtungen gegenüber seiner Familie und Fürst Asano. Allerdings liess Asano diese Ansprüche fallen, weswegen Shusaku dann schliesslich doch Shuwas Bitte nachkommen konnte. 1848 war Shusaku bereits 6 Dan und nahm ein Jahr später zum ersten mal bei einem der alljährlichen Castle Game teil. Die folgenden 19 Castle Games gewann Shusaku allesamt, was ihn zu einer Ikonsfigur in der Go-Geschichte machte. Diese enorme Leistung wird in Invincible - The Games of Shusaku gewürdigt.


1862 brach eine Cholera-Epidemie in Edo aus, woran auch mehrere Mitglieder des Honinbo-Hauses erkrankten. Shusaku, der sich um die Kranken kümmerte, steckte sich dadurch ebenfalls an. Er starb im jungen Alter von 33 Jahren. Das Shusaku Fuseki, seine schiere Unbesiegbarkeit mit schwarz und seine unglaubliche Siegesserie bei den Castle Games brachten ihm den Namen Kisei (zu deutsch: Go Heiliger) ein.

Anbei noch zwei Anekdoten aus dem Leben Shusakus, welche angeblich beide tatsächlich passiert sein sollen.
"I want to quit Go"
When Shusaku was young there was an occasion when he went missing from his teachers house for two whole nights. Upon his return Shuwa asked:
"Where've you been?"
"Playing Go all night."
"Who with?"
"Ota Yuzo"
"Show me the Game."
Seeing the game as Shusaku replayed it on a board, Shuwa remarked:
"Well now, that's odd. I thought Yuzo's style was a little different."
At this Shusaku became alarmed.
"... please, I don't want to be a go player anymore."
"What?!"
"To tell the truth I went to Yoshiwara (the brothel area) for a bit of, er, pleasure. The game I showed you is one I made up. I'll never be as good as you if you can see through that."
Continuing in the same shamefaced tone he explainded that he wanted to go home. Shuwa was much taken aback. Seeing how his pupils pleasure of the night before had turned sour, he simply said:
"Well, well. Watch out next time and don't get so excited."
In fact, Shuwa was not averse the delights of Yoshiwara himself and the story goes that a few days later, he whispered to Shusaku:
"What was it the other night, by the way? Do you fancy going again tonight with me, and maybe Showa?"


from "Appreciating famous games"


Simple Antwort
Als Shusaku einmal eines seiner Spiele beendet hatte, kam ein Kollege zu ihm und fragte ihn wie es denn ausgegangen sei.

Shusakus Antwort war recht simpel:"Ich hatte schwarz"


Eine umfangreiche Sammlung von Shusakus Spielen gibt es bei der Ang-Yue Go School (Direktlink). Um das Archiv zu extrahieren benötigt ihr entweder 7 Zip oder WinRAR.

2 Kommentare:

Am/um 7:47 nachm. , Anonymous betterlife meinte...

Man darft bei dem Zitat: Ich hatte schwarz nicht vergessen, dass Komi erst ab 1937 üblich wurde ... d.h. Shusaku hat immer ohne Komi gespielt und dadurch mit Schwarz kaum mal verloren!

 
Am/um 1:46 vorm. , Anonymous oolong32 meinte...

der eigentliche go heilige war ja nicht shusaku, sondern dosaku. der ist nicht so gut dokumentiert und die joseki sind einiges älter, was dosakus kifu vielleicht nicht so attraktiv macht wie shusakus. ich wünsche mir aber trotzdem einen beitrag über dosaku. bitte bitte bitte!
dosaku auf sensei's

 

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